Klonen bedeutet, dass man Methoden anwendet, um genetisch gleiche Kopien von
DNA, Zellen oder sogar ganzen Lebewesen herzustellen. Man unterscheidet dabei
drei Hauptarten des Klonens: Genklonung, therapeutisches Klonen und reproduktives Klonen.
Bei der Genklonung wird ein bestimmtes DNA-Stück kopiert und vermehrt. Zuerst
nehmen Wissenschaftler das Gen, das sie kopieren wollen, und isolieren es. Dieses
Gen wird danach in ein ringförmiges DNA-Stück eingebaut, das man Plasmid nennt.
Das Plasmid wird anschließend in Bakterien eingeführt. Bakterien vermehren sich
ganz von allein, und dabei wird das Gen, das sie in sich tragen, einfach mitkopiert.
Beim therapeutischen Klonen geht es darum, Stammzellen zu gewinnen. Zuerst
nimmt man den Zellkern aus einer Eizelle heraus, der die DNA enthält. Danach nehmen Wissenschaftler eine Körperzelle von dem Patienten, der behandelt werden soll, entnehmen daraus die DNA und setzen sie in eine Eizelle ein, deren Zellkern entfernt wurde. Dann wird die Eizelle angeregt, sodass sie sich zu einem frühen Embryo entwickelt. Die Entwicklung wird aber frühzeitig abgebrochen, und aus dem Embryo werden dann Stammzellen entnommen.
Beim reproduktiven Klonen entsteht eine exakte Kopie eines ganzen Lebewesens.
Hier wird zuerst der Zellkern aus einer Eizelle herausgenommen. Danach nimmt man
DNA aus einer Körperzelle des Organismus, der kopiert werden soll, und setzt sie in
die Eizelle ein. Die Eizelle wird dann angeregt, sich zu einem Embryo zu entwickeln.
Der Embryo wird dann in eine Leihmutter eingesetzt, die das Tier bis zur Geburt trägt.
Das wohl bekannteste Beispiel fürs reproduktive Klonen ist das Schaf Dolly, das 1996
entstanden ist.
Klontechnologien finden in vielen unterschiedlichsten Bereichen Anwendung. In der
Medizin und Biotechnologie stellt man mit Genklonung Medikamente her, zum Beispiel Insulin oder therapeutische Proteine. Man arbeitet auch an Impfstoffen und stellt Zellen her, die bei der Erforschung von Krankheiten wie Krebs helfen.
In der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion werden Tiere oft gezielt vermehrt,
wenn sie bestimmte Eigenschaften haben, wie etwa viel Milch geben, gutes Fleisch
liefern oder widerstandsfähiger gegen Krankheiten sind.
Klonen hilft auch beim Artenschutz, zum Beispiel um bedrohte Tierarten zu schützen
oder ihre DNA in sogenannten „Frozen Zoos“ aufzubewahren. Man könnte dadurch
theoretisch auch Merkmale von ausgestorbenen Arten wieder zurückbringen.
Es gibt auch kommerzielles Tierklonen. Das bedeutet, dass Firmen Haustiere wie Katzen oder Hunde, Rennpferde oder besonders wertvolle Zuchttiere klonen.
Bisher wurde zwar noch nie ein geklonter Mensch bestätigt, aber theoretisch ist es
möglich, einen Menschen zu klonen. Trotzdem gibt es große Sorgen. Dazu gehören
vor allem Risiken für die Sicherheit, wie zum Beispiel mögliche Fehlbildungen bei der
Geburt, häufige Fehlgeburten und gesundheitliche Schwierigkeiten.
Viele Länder verbieten das reproduktive Klonen von Menschen, und international gilt
es als Verstoß gegen die menschliche Würde.
Wenn es irgendwann möglich wäre, Menschen genau zu klonen, könnte das ziemlich
große Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben.
Es könnte passieren, dass sich die Gesellschaft in genetisch bevorzugte Gruppen und
weniger privilegierte Bevölkerungsgruppen aufteilt, also eine Art genetisches Klassensystem entsteht. Ungleichheit könnte also nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen entstehen, sondern auch biologische Ursachen haben.
Ein anderes Risiko könnte sein, dass Menschen kommerzialisiert werden, also dass
Klone wie Waren behandelt werden, zum Beispiel für Organentnahmen, gefährliche
Jobs oder als Gebärmaschinen. Auch wenn solche Praktiken erstmal verboten sind,
könnten sich trotzdem Schwarzmärkte bilden.
Man könnte sich auch sogenannte unsterbliche Dynastien vorstellen, bei denen
starke Familien oder politische Führer sich immer wieder klonen, ihre Werte und
Ideen weitergeben und so über sehr lange Zeit hinweg an der Macht bleiben.
Staaten könnten auch militärisches Klonen nutzen, um Soldaten mit bestimmten Fähigkeiten herzustellen oder schnell verlorene Truppen zu ersetzen. Ein bekanntes Beispiel aus der Welt der Fiktion ist die Klonarmee in Star Wars.
Ein anderes Problem könnte sein, dass die Evolution einfach stehen bleibt. Wenn es
viele Menschen mit genau der gleichen genetischen Ausstattung gibt, verliert die Vielfalt in der Genetik und der Gesamtgenpool wird kleiner. In der Regel sorgt die Evolution dafür, dass Menschen zumindest ein Stück weit vor neuen Gefahren geschützt
sind, weil durch zufällige Veränderungen einige von ihnen eine natürliche Abwehr
entwickeln. Dieser Mechanismus könnte durch häufiges Klonen eingeschränkt werden.
Kurz gesagt, Klonen gibt es schon und es könnte gut sein, dass man bald auch Menschen klonen kann. Klonen bringt auch wichtige Vorteile mit sich, vor allem in der
Medizin, bei der Herstellung von Lebensmitteln und beim Schutz von bedrohten Tierarten. Das Klonen von Menschen bringt aber auch große Risiken mit sich. Das könnte
dazu führen, dass Klone als weniger wichtig betrachtet werden und für andere
Zwecke benutzt werden. Fortpflanzung würde sich dann fast wie eine Produktion anfühlen, und auf lange Sicht könnte das sogar die natürliche Entwicklung der Menschheit gefährden.
Lucca V.