Wenn ich morgens aufwache, ist Eddie meistens schon wach. Unten im Flur höre ich, wie
er mit dem Schwanz gegen die Wand schlägt. Das ist immer sein Zeichen, dass er raus will.
Ich bin eigentlich noch total müde, aber wenn ich die Treppe runterkomme und er mich so
freudig anschaut, kann man einfach nicht schlecht gelaunt sein. Auch wenn man mal einen
schlechten Tag hatte, wenn er sich freut habe ich auch wieder gute Laune. Ich mach ihm
die Tür auf, und kaum ist sie offen, zack flitzt er in den Garten.
Nach einer kurzen Runde mit ihm gibt’s Frühstück. Ich trinke schnell meinen Kakao und
schiebe mir ein Brötchen rein, während er schon an seinem Napf schmatzt. Danach leg ich
meinen Rucksack bereit, zieh meine Jacke an und sage wie jeden Morgen: „Bis später,
Eddie.“ Er schaut mich dann immer so an, als würde er genau verstehen, dass ich gleich
gehe, und das macht’s irgendwie schwerer, die Tür zuzumachen. Weil er immer einen sehr
süßen Blick drauf hat und man in seinem Gesicht erkennt wie traurig er ist.
In der Schule denke ich manchmal an ihn. Wenn der Unterricht lang ist oder die Lehrer
wieder zu viel aufgeben, stell ich mir einfach vor, wie er jetzt wahrscheinlich auf seinem Bett
im Flur liegt, vielleicht schläft oder ab und zu hochschaut, wenn draußen jemand
vorbeigeht. Irgendwie ist das ein beruhigender Gedanke zu wissen, dass er da ist, wartet
und aufpasst.
Nach der Schule freu ich mich jedes Mal auf den Moment, wenn ich die Haustür
aufschließe. Noch bevor ich sie ganz aufhab, höre ich schon, wie er dahinter kratzt und
leise fiept. Wenn ich reinkomme, springt er an mir hoch, rennt im Kreis und freut sich, als
wäre ich ewig weg gewesen. Dann geh ich mit ihm raus, und das ist immer so ein richtiger
Ausgleich nach dem ganzen Sitzen in der Schule. Er zieht an der Leine, schnüffelt überall
rum und scheint immer total glücklich zu sein. Manchmal rede ich einfach mit ihm über den
Tag, über Dinge, die mich nerven oder freuen. Klingt komisch, aber es hilft. Er redet nicht
zurück, aber er hört zu. Und das reicht.
Wenn wir wieder zuhause sind, legt er sich auf sein Bett im Flur, während ich in meinem
Zimmer Hausaufgaben mache oder lerne. Ab und zu hör ich, wie er sich umdreht oder leise
schnauft, und irgendwie ist das ein gutes Gefühl. Man weiß, dass jemand da ist, der
aufpasst. Ich fühl mich sicher, wenn Eddie da ist. Ich weiß, wenn irgendwas wäre, würde er
sofort bellen oder reagieren und mich in jeder Lebenssituation verteidigen.
Abends, wenn ich fertig bin mit allem, geh ich manchmal nochmal runter, setze ich mich
kurz zu ihm und kraule ihn ein bisschen. Er legt dann den Kopf auf meine Hand und
schließt die Augen. Das ist so ein ruhiger Moment, der den ganzen Tag irgendwie abrundet.
Danach geh ich wieder nach oben in mein Zimmer, und während ich im Bett liege, weiß ich,
dass er unten auf seinem Platz liegt. Das beruhigt mich jedes Mal.
Eddie ist für mich mehr als nur ein Hund. Er ist mein bester Freund, mein Beschützer und
irgendwie das Stück Zuhause, das immer da ist, egal wie stressig der Tag war. Wenn er da
ist, fühlt sich alles einfach ein bisschen besser an.
Er ist jetzt 5 Jahre alt und ich hoffe ich habe noch einige Jahre von ihm.
Lenny H.