In unserer aktuellen Zeit treten immer mehr Sorgen auf.
Durch die Medien hat man so viel Zugang zu Wissen und somit auch zu negativen Informationen wie noch nie zuvor.
Immer wieder hört und liest man von aktuellen Problemen wie Krieg, Inflation, Steuern, Konflikten im Ausland, Umweltschäden und aktuell auch viel von den steigenden Spritpreisen.
Dazu kommen aber auch weitere negative Informationen bezüglich Promis oder von Negativität geprägte Videos über Frauen, Männer und Kinder.
So findet man auf TikTok, Instagram oder auch Snapchat zahlreiche Videos, in denen Probleme angesprochen oder einfach unnötig, ohne konkrete Erklärungen, Negativität verbreitet wird – mit Aussagen wie z. B.: „Pizza verbrannt – scheiß Männer“ oder auch einfach nur mit der Aussage „Scheiß Männer“. Die Gegenseite dazu gibt es natürlich auch zu Frauen, mit Überschriften wie: „Muss wieder tanken – scheiß Frauen“. Oft werden solche Aussagen als witzig empfunden, viele fangen durch solche Videos aber auch an, gegen Frauen und Männer zu hetzen. In den Kommentaren wird sich viel über das jeweils genannte Geschlecht aufgeregt und immer mehr Menschen lassen sich beim Lesen dieser Kommentare und Videos mit hineinziehen.
Durch die Medien wird man auch sehr schnell über alle negativen Ereignisse aus aller Welt informiert, und das zieht viele herunter. Menschen nehmen schlechte Informationen grundsätzlich stärker wahr als gute, und wenn nun alles um sie herum fast nur aus schlechten Informationen besteht, ist es schwer, sich auf die guten zu fokussieren.
Diese Negativität bleibt leider nicht nur online. Alles, was man liest und hört, bleibt im Kopf und man trägt es ins private Leben.
So unterhalten Menschen sich immer mehr über negative, deprimierende Themen und vergessen die guten Dinge, die passieren, wie z. B., dass die Abholzung im Amazonas deutlich zurückgegangen ist und auch, dass einige als fast ausgestorben erklärte Tierarten wieder häufiger vorkommen oder ausgewildert werden konnten. Es wird also auch gegen negative Probleme angekämpft.
All diese Informationen, vor allem auch die bezüglich der Kriege, ziehen einen herunter und machen Angst. Man verpasst gute Momente durch negative Gedanken und übersieht Positives.
Immer mehr Menschen bekommen Depressionen und einer der Auslöser dafür sind Krisen, politische Unruhen sowie bestehende Kriege.
All diese gebündelte Negativität kostet jeden in seinem Alltag Zeit.
Sobald man von etwas Negativem hört, liest man immer mehr darüber nach, und da es überall negative Ereignisse gibt, ist diese Zeit fast unendlich.
Dazu kommt, dass man sich dann auch außerhalb des Handys lange Gedanken macht und mit Mitmenschen über solche Probleme redet, anstatt ihnen von positiven Ereignissen zu erzählen.
So hat es sich an meinem Familientisch auch geändert: Wenn die Familie heutzutage zusammenkommt, wird hauptsächlich über Krieg, Steuern und Inflation gesprochen. Vor einigen Jahren waren die Hauptthemen noch Gesundheit, Freizeit und Erlebnisse.
In den sozialen Medien versteckt sich auch ein weiterer Faktor für Negativität: Andere Menschen zeigen ihre Ernährung, ihr Gewicht, ihre Figur und ihr Make-up, oft mit Filtern oder Lügen verdeckt. Man vergleicht sich immer mehr mit anderen und übersieht alles Schöne an einem selbst. Viele Menschen verlieren dadurch ihre Selbstliebe und ihr Selbstbewusstsein. Auch solche Themen werden immer mehr zum Gesprächsthema. Junge, aber auch immer mehr ältere Menschen verlieren sich in den Medien und denken, dass das, was sie sehen, immer der Wahrheit entspricht und sie selbst auch so sein und aussehen müssen. Man fühlt sich unsportlich, wenn man all die Videos sieht, wie andere Sport machen. Man fühlt sich übergewichtig, wenn man sieht, wie wenig andere essen, und man fühlt sich arm, wenn man sieht, was andere haben.
Kriege, Krisen und Katastrophen gab es schon immer, nur früher hatte man viel weniger Zugang zu Wissen darüber.
Wissen hat viele positive Aspekte und kann uns das Leben erleichtern, man sollte aber auch wissen, wo man die Grenze zwischen Neugier und Überfluss zieht.
Es ist immer gut, sich zu informieren, man muss aber lernen, dass man das, was man hört und liest, nicht zu lange mit sich herumträgt, damit man sein eigenes Leben durch die Negativität nicht verpasst.
Das, was man online sieht, entspricht eben nicht immer der Wahrheit, und auch wenn andere ein anderes Leben führen, heißt das nicht, dass das eigene falsch ist. Jeder Mensch ist individuell. Jeder hat individuelle Interessen, Hobbys, Besitztümer und auch einen individuellen Körper.
Durch die Medien sieht man viel, wozu man früher gar keinen Zugang hatte.
Also mein Appell an jeden: Wenn eure sozialen Medien nur aus Krisen, Problemen und perfekt wirkenden Influencern bestehen und ihr merkt, dass ihr viel darüber nachdenkt und es euch unsicher macht, legt euer Handy mal eine Weile weg und führt euch vor Augen, was ihr alles habt. Jeder hat etwas, das sich irgendwo jemand anderes wünscht, und gegen Probleme kann man immer vorgehen. Wir dürfen uns dabei selbst nicht auf der Strecke lassen.
Habt ihr das getan, nehmt ihr euer Handy wieder in die Hand und sucht spezifisch nach guten Ereignissen aus aller Welt, denn so kann man die Medien auch nutzen. Erzählt euren Mitmenschen davon, was ihr herausgefunden habt, und vielleicht können auch eure Gespräche so eine positive Wendung nehmen.
Vergesst nicht: Wissen ist wichtig, aber auch gefährlich. Zieht eine Grenze und fokussiert euch auch auf das Positive, damit das Negative euch nicht verschlingt.
Lilian