Die Mentalität wird oft nicht beachtet. Egal ob man dessen bewusst ist oder nicht. Auch du hast mit Sicherheit deine Mentalität nicht ernst genommen und die Probleme deinerseits ignoriert. Doch was macht das mit einem, wenn man über einen längeren Zeitraum die eigenen Probleme ignoriert? Ich habe eine Person interviewt und dies ist die Antwort:
Wenn du anfängst deine Probleme zu ignorieren, ist es vom Gefühl her das Beste, was du machen kannst. Schließlich bist du die Sorgen los, wenn du sie nicht beachtest und dich um „wichtigeres“ kümmerst. Dir gehts super, du kannst dich konzentrieren und alles ist gar nicht so schlimm, wie es einmal war. Dir sieht keiner an, dass du vielleicht den Abend zuvor versucht hast eine nicht so gute Nachricht zu verarbeiten. Das hat gerade einfach keine Priorität. Deiner Freundin geht es momentan nicht so gut, da musst du für sie da sein und darfst nicht selber Schwierigkeiten haben. Das redest du dir ein, um weiterhin einen Grund zu haben deine Probleme zu ignorieren. Deine Probleme sind doch noch lange nicht so schlimm, wie ihre, also hast du gar keinen Grund dich zu beschweren. Sie ist jetzt wichtiger.
Diese Gedanken kreisen dauerhaft in deinem Kopf. Ein erstes Zeichen, dass es vielleicht nicht die beste Idee war deine Mentalität nicht zu beachten. Dennoch bleibst du dabei.
Die ersten paar Wochen verlaufen in Ordnung. Du bist für deine Freundin da, alles läuft sich irgendiwe zurecht. Ein weiteres Ereignis prägt deine Mentalität. Jetzt bloß keine Schwäche zeigen sagst du dir erneut selber. Du schaffst das, weil es natürlich noch lange nicht so schlimm ist.
Der Punkt ist gekommen, wo du zusammenbrichst. Du kannst nicht mehr. Dein Körper ist Mental, sowie physisch überlastet. Es ist spät in der Nacht, du sitzt auf dem Badezimmerboden und du weinst. Alles ist nicht mehr ertragbar. Alles ist zu viel. Du brauchst Erleichterung. Du brauchst etwas, was dir den Schmerz nimmt, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist. Du erinnerst dich daran, dass deine Freundin dir erzählt hat wie sie ihre Probleme am Besten löst. Du hast immer gesagt, dass das nicht das Richtige ist und dass sie so etwas nicht machen kann, aber auf einmal sieht das Leben bei dir ganz anders aus und auf einmal ist das eine Möglichkeit. Auf einmal ist das eine Lösung. Auf einmal sitzt du auf dem Badezimmerboden und versorgst du deine Wunden. Auf einmal merkst du, wie es sich anfühlt und jedes Mal, wenn es dir so geht, greifst du zu deiner Lösung. Jedes Mal, wenn du zu deiner „Lösung“ gegriffen hast, schämst du dich danach, aber es ist eine Sucht. Eine Sucht, die nur schwer zu kontrollieren ist. Es ist eine Sucht, die dich dein ganzes Lebenlang begleiten wird, egal ob aktiv oder inaktiv.
Es ist eine Sucht, aber du musst wissen:
Sich immer wieder einzureden, dass es nicht so schlimm ist, macht es nur schlimmer. Je länger du deine Probleme ignorierst, desto schlimmer werden sie, denn auch wenn es am Anfang so aussieht, als würde das klappen, staut sich alles an, bis es dann doch zu viel ist. Sobald der Zeitpunkt angekommen ist, wo alles zu viel wird, ist es sehr schwer einen Anhaltspunkt zu finden, um den Knoten im Herzen zu lösen.
Es ist so wichtig zu reden und nicht zu schweigen. Es ist so wichtig, nicht die Probleme Anderer mit sich selbst zu vergleichen. Es ist so wichtig, dass man seine Mentalität ernst nimmt. So viele Menschen sind davon betroffen und so viele Menschen haben den Kampf verloren, weil sie stumm geblieben sind. Selbst, wenn man noch nicht bereit ist zu reden, ist es so wichtig in schweren Zeiten nicht allein zu sein.
Es ist wichtig.
Du bist wichtig.
Diese Informationen sind aus der Perspektive eines realen Menschens entnommen worden. Wenn du Hilfe brauchst, sind hier ein paar Quellen:
Telefonseelsorge: 0800 1110111 Diakonisches Werk: https://dw-husum.de/einrichtungen/psychologisches-beratungszentrum/
Du bist nicht alleine, es gibt immer eine Lösung
Jacky T.